Sakrisøy auf den Lofoten

Im Winter auf die Lofoten reisen – Tipps und Infos

Die Inselgruppe der Lofoten in Nordnorwegen ist für Polarlichtjäger eine der besten Destinationen. Aber kann man wirklich im Winter in eine Region reisen, dessen Lage in etwa dem nördlichen Ende von Alaska entspricht? Um es kurz zu machen: ja, man kann – sehr gut sogar. Ich habe hier einige Infos und Tipps für Interessierte zusammengestellt.

Goldenes Lofotenlicht

Die Lofoten bieten eine tolle Mischung aus schroffen Bergen und Meer. Im März taucht die Sonne die Inseln bereits Stunden vor Sonnenuntergang in das goldene “Lofotenlicht”.

Geografie

Die Lofoten sind ein Archipel in Nordnorwegen, bestehend aus mehr als 80 kleinen Inseln direkt vor der norwegischen Festlandküste. Sie liegen südlich der Vesterålen, etwa 100 bis 300 km nördlich des arktischen Polarkreises, zwischen dem 67. und 68. Breitengrad. Sie bestehen aus den fünf Hauptinseln Austvågøy, Gimsøy, Vestvågøy, Flakstadøy und Moskenesøy.

Die Inselgruppe der Lofoten ist das ganze Jahr über ein beliebtes Reiseziel. Von Mai bis Juli ist es die Mitternachtssonne und von September bis April sind es die Nordlichter (Aurora Borealis), die viele Touristen dorthin führen. Die Lofoten sind vielleicht nicht im Hinblick auf das Wetter, sehrwohl aber bei der Motivwahl sicherlich einer der besten Orte um im Winter Polarlichter zu beobachten. Nicht nur weil die Landschaft eine besonders tolle Kulisse bildet, sondern auch wegen der nördlichen Lage. Ein weiterer Vorteil: die schnelle und günstige Erreichbarkeit aus Deutschland.

Die Landschaft ist einfach atemberaubend. Ich habe mal einen Satz gelesen, der es treffender nicht auf den Punkt bringen könnte: „Man kann sich die Lofoten vorstellen, als würde man die Schweiz auf 3.000 m fluten“. Die Lofoten bieten eine wunderschöne Mischung aus Wasser und schroffen Bergen. Charakteristisch sind die steil aus dem Wasser ragenden Berge. Die höchste Erhebung misst, mit gerade einmal 1.161 m, der Higravstindan auf der Insel Austvågøy. So sind die Lofoten nicht nur für Fotografen, sondern auch für Wanderer, Angler und Menschen, die einfach mal die Abgeschiedenheit dieser Region genießen wollen, ein wahres Outdoorparadies.

Stockfisch auf den Lofoten

Der für die Lofoten typische Stockfisch ist überall zu finden.

Stockfisch

Neben dem Tourismus zählt vor allem der Fischfang zur Haupteinnahmequelle der Inseln. Von Februar bis in den Juni prägt der berühmte und für die Lofoten typische Stockfisch das Bild der Inseln und umhüllt sie mit einem ganz besonderen „Duft“. Im Januar, wenn das erste Mal wieder die Sonne über den Horizont kriecht, macht sich der geschlechtsreife Kabeljau (Dorsch) auf den Weg aus der Barentssee zurück zu ihrem Geburtsort in den Nordatlantik um zu Laichen.

Dann beginnt die Arbeit der Lofotfischer und es wird tonnenweise Kabeljau gefangen, der dann ausgenommen und ohne Kopf auf den typischen Fischgestellen zum Trocknen aufgehängt wird. Durch die Trocknung an der kalten Luft verliert der Fisch etwa 70% seines urspürunglichen Gewichts (Wasser) und wird auf natürliche Art und Weise für mehrere Jahre konserviert.

Zu tausenden hängen die Fische überall auf den Inseln und werden nach der Trockung hauptsächlich nach Italien und Portugal verkauft. Aber auch die Köpfe werden auf Gestellen getrocknet und später nach Afrika verkauft. Wer also auch einmal den berühmten Stockfisch beim Trocknen sehen möchte, sollte zwischen Februar und Juni auf die Lofoten reisen.

Infrastruktur

Für eine Ansammlung von Inseln ist die Infrastruktur, wie überall in Norwegen, wirklich gut. Die fünf Hauptinseln sind allesamt durch Brücken und Tunnel verbunden. Die Europastraße E10 verbindet das Festland mit den Lofoten und führt bis zum südlichsten Punkt, dem Ort Å. Darüberhinaus gibt es auch eine Straßenverbindung zu den Vesterålen, den nördlichen Schwesterinseln, die ebenfalls ununterbrochen bis zum nördlichsten Punkt, Andenes, befahrbar sind. Ob dies ökologisch besonders gut ist, sei einmal dahingestellt. Auf die Fähre ist man jedenfalls nur angewiesen, wenn man von Süden anreist oder eine der kleineren Inseln wie Røst, Værøy oder Skrova besuchen möchte.

Parkplätze gibt es entlangt der E10 relativ viele, allerdings sind dies auch wirklich nur Parkplätze, also nicht vergleichbar mit unseren Rastplätzen. Öffentliche Toiletten sind auf den Lofoten eher Mangelware. Nur wenige Parkplätze verfügen über eine. Bei meiner Reise 2017 habe ich jedoch festgestellt, dass immer mehr Parklplätze, gegenüber den Jahren davor, mit Toiletten ausgestattet wurden. Bei manchen benötigt man eine Magnetkarte zum Öffnen. Die Toiletten sind durchweg sehr sauber und angenehm zu benutzen.

Auch die Müllentsorgung gestaltet sich zuweilen etwas schwierig. Nur wenige Parkplätze sind mit Mülltonnen ausgestattet. Im Winter habe ich zudem die Erfahrung gemacht, dass auf manchen Parkplätzen die Mülleimer verschlossen sind und erst im Frühjahr wieder geöffnet werden. Eigentlich schade, denn das führt dazu, dass der Müll einfach am Straßenrand oder auf Parkplätzen liegen bleibt. Man sollte seinen Müll also sammeln und dann an geeigneter Stelle entsorgen. Für Camper gibt es an manchen Toiletten oder in Ortschaften die Möglichkeit das Abwasser zu entsorgen.

Obwohl man es vielleicht nicht glauben mag, die Lofoten sind zuweilen recht gut „bevölkert“. Die Gesamteinwohnerzahl liegt zwar nur bei 24.000, wobei die größte Stadt Svolvær etwa 4.000 Einwohner zählt, für eine so abgelegene und nördliche Region aber doch recht viel. Durch den warmen Golfstrom und den Fischreichtum haben sich viele Norweger auf den Inseln niedergelassen. Für uns sind diese Zahlen zwar nicht wirklich groß, dies bedeutet aber, dass man mit allen Dingen des täglichen Lebens gut versorgt ist. In vielen, auch kleineren Orten, findet man einen Lebensmittelladen in dem man alles notwendige findet. In Städten wie Svolvær und Leknes gibt es auch kleine Einkaufszentren in denen man alles für den täglichen Gebrauch findet.

Über Benzinmangel kann man sich auf den Lofoten auch nicht beklagen. Tankstellen säumen immer wieder die Straßen. Also auch dies kein Thema um das man sich Gedanken machen muss. Ich habe es nie gemessen, aber geschätzt würde ich sagen, dass die weiteste Strecke ohne Tankstelle etwa zwischen 60 und 80 km beträgt. Nur in der Nacht gibt es nicht an jeder Tankstelle Benzin. Man sollte also durchaus immer noch eine Sicherheitsreserve im Tank behalten, gerade wenn man nachts viel und lange unterwegs ist.

Netzabdeckung

Das Handynetz ist super ausgebaut. Ich habe es noch nicht überall getestet, aber aus meiner Erinnerung kann ich mich an keine Stelle erinnern, an der ich keinen Handyempfang hatte. Wenn man also mal Hilfe benötigt, ist diese relativ schnell geholt. Norwegen ist zwar nicht Mitglied der EU, wird aber von meinem Mobilfunkanbieter (O2) behandelt wie ein Mitglied der EU und somit kommt man in den Genuss der günstigen EU-Roamingtarife. Ein Blick in die Tarife lohnt sich vor der Reise auf jeden Fall.

Anreise

Für die Anreise auf die Lofoten gibt es verschiedene Möglichkeiten, die sich natürlich im Preis unterschiedlich bemerkbar machen. Die Inseln erreicht man von Norden oder von Süden. Der Vorteil der Anreise von Norden ist, dass es eine direkte Straßenverbindung gibt. Reist man von Süden über Bodø an, ist man zusätzlich noch auf eine Fähre angewiesen. Es gibt auf den Lofoten zwei Flughäfen (die Insel Røst lasse ich mal aussen vor). Diese befinden sich in Svolvær und Leknes, werden jedoch nur von der Fluglinie Widerøe angeflogen und sind entsprechend teuer. Für die Mobilität vor Ort ist ein Auto unerlässlich.

Aus meiner eigenen Erfahrung kenne ich nur die Anreise über Harstad/Narvik, dennoch zeige ich die besten Möglichkeiten der Anreise einmal auf.

Flug über die Lofoten

Die Lofoten von oben – Anflug auf den Flughafen Harstad/Narvik.

Anreise von Norden

Über Harstad/Narvik

Flug

Meine bevorzugte Anreise auf die Lofoten erfolgt über den Flughafen Harstad/Narvik, Evenes (Fluhafencode: EVE). Bitte beachte, dass manchmal nur Harstad/Narvik und manchmal auch nur Evenes erwähnt wird. Dies ist jedoch ein und der gleiche Flughafen. Nach meinen Recherchen ist der Flug nach Harstad/Narvik auch immer der günstigste gewesen.

Von Deutschland aus fliegt man über Oslo nach Harstad/Narvik. Flüge nach Oslo gibt es von allen größeren Flughäfen in Deutschland. Von Oslo aus fliegen die Fluglinien SAS, Norwegian und Widerøe nach Harstad/Narvik. Wie bereits erwähnt ist Widerøe mit ihren kleinen Maschinen keine wirkliche Option, da viel zu teuer. Von Hamburg aus lag der Flugpreis immer zwischen 245 und 280 EUR für Hin- und Rückflug.

Worauf man bei dem Flug nach Harstad/Narvik achten sollte, sind die Flugzeiten. Die günstigsten Flüge sind meistens mit Ankunft um 21.55 Uhr und Abflug um 6.35 Uhr. Das sind natürlich für so eine Region sehr ungünstige Flugzeiten. Dies kann unter Umständen dazu führen, dass man bei später Ankunft keine passende Unterkunft findet, da nicht bei allen ein später Check-in möglich ist. Hier sollte man sich in jedem Falle vorarb informieren. Zu beachten sind auch die langen Fahrzeiten bis zu den Lofoten, speziell im Winter. Gleiches gilt für den Abflug, geht der Flieger morgens um 6.35 Uhr, braucht man schon eine Unterkunft in der näheren Umgebung und die sind relativ teuer.

Ein Vorteil einer früheren Ankunft ist also nicht nur, dass man noch Zeit für die Fahrt auf die Lofoten hat, man hat auch einen tollen Ausblick beim Anflug.

Reine Flugzeit ab Hamburg: ca. 2:45

Mietwagen

Der Flughafen Harstad/Narvik ist ein wirklicher Provinzflughafen, dennoch sind alle wichtigen Autovermieter vor Ort vertreten. Dazu gehören: AVIS, Budget, Europcar, Hertz und Sixt

Eine Tankstelle für die Abgabe liegt nur einen Kilometer vor dem Flughafen. Späte Ankunftszeiten sind hier kein Problem, nach meiner Erfahrung sind die Schalter immer besetzt wenn ein neuer Flieger ankommt. Abgabe ist problemlos durch Schlüsseleinwurf möglich.

Weg auf die Lofoten

Der Flughafen Harstad/Narvik liegt noch auf dem Festland, allerdings direkt an der Europastraße E10. Hinter Evenskjer (ca. 20 km) führt sie über eine Brücke auf die Vesterålen. Folgt man der E10 etwa 100 km über die Vesterålen, erreicht man die Insel Austvågøy und somit das Tor zu den Lofoten. Die Stadt Svolvær liegt etwa 164 km von Harstad/Narvik entfernt. Bis Leknes sind es etwa 230 km und bis Reine 285 km.

Über Tromsø

Flug

Die zweite Möglichkeit von Norden anzureisen ist von Oslo aus nach Tromsø zu fliegen. Diese Flüge sind zwar oft etwas teurer, man kann es aber gut mit einer Rundreise in Nordnorwegen verbinden.

Reine Flugzeit ab Hamburg: ca. 3:15

Mietwagen

Am Flughafen Tromsø sind ebenso alle großen Autovermieter vertreten. Dazu gehören: AVIS, Budget, Europcar, Hertz, Rent-A-Wreck und Sixt

Weg auf die Lofoten

Der Weg von Tromsø bis zur E10, also dem Eingang zu den Vesterålen, ist nochmal 270 km länger. An sich kein Problem, reist man im Winter sollte man sich jedoch auch auf schlechte Witterungsverhältnisse einstellen, was die Fahrt wesentlicher länger und anstregender macht.

Anreise von Süden

Über Bodø

Der Vorteil einer Anreise über Bodø ist, dass man mit der Fähre direkt im Süden der Lofoten ankommt und sich die lange Autofahrt spart. Meiner Meinung nach die landschaflich reizvollste Gegend. Der große Nachteil ist, dass es keine Straßenverbindung gibt und man auf eine zusätzliche Fähre angewiesen ist.

Flug

Von Oslo gibt es mit SAS und Norwegian Direktflüge nach Bodø. Vom Flughafen bis zum Fährhafen sind es lediglich 2 km.

Reine Flugzeit ab Hamburg: ca. 2:30

Mietwagen

Auch am Flughafen Bodø sind die meisten Autovermieter vertreten. Dazu gehören: AVIS, Budget, Enterprise, Europcar und Hertz.

Als Alternative zu der Mietwagenbuchung in Bodø gibt es in Moskenes, dem Zielort der Fähre eine Autovermietung. Dies sind oft ältere Modelle, und wenn man im Winter auf die Lofoten fährt, nicht unbedingt günstiger als ein Markenvermieter.

Fähre

Bei den Flugzeiten gilt es auf jeden Fall die Fährzeiten zu beachten. Bei meinen Planungen gab es nie passende Flüge zu den Fährzeiten, ohne eine zusätzliche Übernachtung in Bodø einzuplanen. Im Winter gibt es teilweise nur eine Fährverbindung täglich. Die Fährfahrt mit der Autofähre dauert etwa 4 Stunden.

Zur Reiseplanung macht es Sinn, bei den Fluggesellschaften einmal zu schauen, an welchen Tagen sie fliegen. Norwegian zum Beispiel fliegt nur Montag, Mittwoch und Freitag von Hamburg nach Harstad/Narvik (Stand 03/2017). Das macht die Flüge an anderen Tagen schon wieder deutlich teurer.

Wie bereits erwähnt, gibt es auch die Möglichkeit mit Widerøe von unterschiedlichen Flughäfen in Norwegen nach Svolvær oder Leknes zu fliegen. Schwierig dürfte es dann jedoch mit Mietwagen werden, da diese vermutlich nicht an den Flughäfen zu bekommen sind.

Oslo Flughafen

Bei allen Flügen nach Norwegen gilt es zu beachten, dass Norwegen zwar Teil des europäischen Wirtschaftsraumes ist, jedoch nicht zur EU gehört und somit ein Gang durch den Zoll notwendig ist. Dies bedeutet, man muss sein Gepäck in Oslo in Empfang nehmen, durch den Zoll gehen und erneut aufgeben. Auch ein erneuter Gang durch die Sicherheitskontrolle ist notwendig. Man sollte daher ausreichend Zeit für den Zwischenstopp einplanen. Bei meiner ersten Reise hatte ich 1,5 Std. Zwischenstopp. Der Flieger hatte jedoch 20 Min. Verspätung, so dass ich erst 5 Min. vor Ablug des Anschlussfluges im Flieger saß. Ich empfehle auf jeden Fall mit 2 Std. Zwischenstopp zu planen.

TIPP: folge in Oslo der Ausschilderung zur Gepäckausgabe und nicht zum Transferbereich, ansonsten bleibt Dein Gepäck in Oslo. Auch wenn Dich manch ein Mitarbeiter Richtung Transferbereich schickt!

Autovermietung

Mit dem Mietwagen im Winter über die Lofoten? Kein Problem.

Wie bereits erwähnt, bekommt man an jedem Flughafen einen Mietwagen. Von November bis März bzw. Mitte April sind sie mit Spike-Winterreifen ausgestattet. Dies ist absolut unerlässlich wenn man im Winter auf die Lofoten reist.

Die Mietwagenkosten sind relativ hoch. Bisher habe ich für 9 bis 10 Tage immer zwischen 500 und 600 EUR für eine Kompaktklasse gezahlt.

Worauf auf jeden Fall geachtet werden sollte, ist der Abschluss einer Super CDW, also die Reduzierung des Selbstbehaltes im Schadensfall auf 0 EUR. Bei winterlichen Bedingungen ist schnell mal was passiert und wenn man nicht auf dem Selbstbehalt von bis zu 1.000 EUR sitzen bleiben möchte, ist dies dringend empfohlen.

Wer ADAC Mitglied ist, sollte auf jeden Fall mal bei der ADAC Autovermietung nachschauen. Nach meinen Recherchen bekommt man dort die günstigsten Angebote. ADAC Mitglieder bekommen nicht nur Rabatte, bzw. exklusive Mitgliederangebote, sondern der Selbstbehalt ist bereits auf 0 EUR reduziert, es gibt keine Kilometerbegrenzung und ein zweiter Fahrer ist inklusive.

Ein weiterer Vorteil des ADAC gegenüber anderen Mietwagenvermittlern ist, dass der Selbstbehaltausschluss direkt über den Vermieter läuft, d.h. bei einem Schaden kann man es direkt mit dem Vermieter abwickeln und muss nicht erst den Selbstbehalt zahlen und sich diesen dann von einer externen Versicherung wiederholen.

Bei winterlichen Bedingungen kann das Fahren bisweilen sehr anstregend sein.

Autofahren

Wie oben angedeutet, sind die Mietwagen im Winter mit Spike-Winterreifen ausgestattet. Bei den winterlichen Bedingungen sind diese auch zwingend notwendig. Man hat es dabei nicht nur mit schneebedeckten Straßen zu tun, vielmehr ist es das Eis, was das fahren so schwierig macht. Tagsüber schmilzt der Schnee oft an, nachts dagegen friert es und es entsteht eine spiegelglatte Eisschicht. Bei uns bricht bei Blitzeis das Chaos aus, da oben im Norden ist es hingegen völlig normal und dank der Spikes lässt es sich auch auf Eis wirklich gut fahren.

Nichts destotrotz sollte man wirklich Vorsicht walten lassen, zumal man ersteinmal Vertrauen in diese Reifen aufbauen muss. Bei meinen drei Reisen habe ich schon viele Touristen im Graben gesehen. Auch sollte man sich nicht von den Norwegern jagen lassen. Auf glatter Straße kann man gut 80 km/h fahren, was die Norweger aber auch nicht davon abhält mit wesentlich höherer Geschwindigkeit zu überholen.

Der Winterdienst funktioniert auf den Lofoten einwandfrei. Wenn es anfängt zu schneien, beginnen auch die Räumfahrzeuge zeitnah zu räumen. Da fast jede Straße zu einer Siedlung führt, wird auch fast jede Straße geräumt, egal wie abgelegen sie ist. Auf jeden Fall sollten für die Fahrten bei winterlichen Bedingungen ausreichend Zeit eingeplant werden. Die Strecke vom Flughafen Harstad/Narvik bis nach Leknes (230 km) kann schon mal 4 Std. dauern.

Die E10 ist relativ gut ausgebaut, wenn auch stellenweise ein wenig schmal. Sie ist in recht gutem Zustand, manche Abschnitte sind ziemlich kaputt und man muss auf tiefe Schlaglöcher aufpassen, allerdings auch kein Wunder wenn die Straßen kaputt frieren. Hier und da gibt es einspurige Brücken oder Engstellen, dies ist aber kein Problem, da im Winter nur relativ wenig Autoverkehr ausserhalb der Ortschaften herrscht.

Vielmehr muss man auf den Güterverkehr achten. Ein Großteil der Waren wird vom Festland per LKW in den Süden der Lofoten transportiert, entsprechend viele LKW sind unterwegs. Auch diese haben die Angewohnheit relativ schnell zufahren und so sollte man als Autofahrer besonders vorsichtig sein.

Es gibt nur wenige Straßen, die nicht geteert sind, hierbei handelt es sich aber meistens nur um Anliegerstraßen zu abgelegenen Siedlungen.

Das Wetter auf den Lofoten ist unberechenbar. Zwischen diesen beiden Aufnahmen liegen gerade einmal 5 Minuten.

Klima

Das Klima ist die Besonderheit an den Lofoten, denn die nördlichen Ausläufer des Golfstroms sorgen für ein relativ mildes Klima und machen ein normales Leben erst möglich. Ohne den Golfstrom wäre der Winter so hart und kalt wie in Sibirien oder im Norden Kanadas. Da der Boden nicht ganzjährig gefroren ist, gibt es auf den Lofoten eine recht üppige Vegetation. Der Noratlantik bleibt jeden Winter eisfrei und so herrschten zu meinen Reisen im März Temperaturen zwischen -6 und +6 °C.

Dennoch sollte man es nicht unterschätzen. Die Lofoten sind bekannt für unberechenbare Wetterumschwünge und einen scharfen Wind. So sind die gefühlten Temperaturen oft um 10° niedriger als die gemessene Temperatur.

Schlechtes Wetter? Dann warte fünf Minuten!

Diese Lofoten-Weisheit habe ich auf meiner letzten Lofotenreise das erste mal gehört. Und sie trifft es ziemlich gut. Das Wetter ist absolut unberechenbar. Es kann sich innerhalb von 10 Minuten von schönstem Sonnenstein zu einem heftigen Schneesturm ändern. Aber genauso auch umgekehrt. Das ist es auch, was das Fotografieren auf den Lofoten so anstrengend und schwierig macht. Ich habe schon so oft meine Ausrüstung ausgepackt, bin gelaufen, habe aufgebaut und auf einmal schlägt das Wetter um und man kann alles wieder zusammenpacken. Planbar ist dort einfach nichts. Man braucht eine Menge Ausdauer und muss hier und da auch mal lange warten.

Die exponierte Lage im Meer und die Berge der Inseln sorgen dafür, dass das Wetter auf den Lofoten von einem Ort zum anderen sehr unterschiedlich sein kann. Es passiert nicht selten, dass zum gleichen Zeitpunkt an der Westküste die Sonne scheint, während es an der Ostküste zehn Kilometer weiter schneit und umgekehrt. Im Hinblick auf Polarlichter sind die oft vorhandenen Wolken das, was es oft unmöglich macht Polarlichter zu sehen.

Wandern

Die Lofoten sind ein echtes Wanderparadies. Im Winter sollte man sich jedoch gut überlegen welche Wanderungen man auf sich nehmen möchte. Viele Wege sind sehr steil und schon im Sommer schwierig zu laufen, im Winter hingegen durch Eis und Schnee besonders gefährlich. Eine Wanderung z.B. zum Reinebringen sollte man im Winter vermeiden. Schlägt das Wetter plötzlich um, sieht man manchmal die Hand vor Augen nicht mehr. Oft fällt es auch schwer die Schneemenge richtig einzuschätzen. Wieviel Schnee wirklich gefallen ist, merkt man dann, wenn man plötzlich Hüfttief im Schnee steckt, was das vorankommen extrem anstregend und zuweilen fast unmöglich macht. Zudem sieht man nicht was sich unter dem Schnee befindet.

Unterkünfte

Die Unterkünfte sind auf den Lofoten der größte Kostenfaktor. Normale Hotels gibt es nur wenige. Die häufigsten und exklusivsten Unterkünfte auf den Lofoten sind die typischen, meist roten, Rorbuers. Die Rorbuers sind auf Stelzen gebaute Holzhäuser und dienten früher den Fischern als Unterkunft. Mancherorts werden tatsächlich noch über 100 Jahre alte Rorbuers vermietet, viele sind aber auch neueren Baujahrs.

Die meisten von Ihnen sind direkt am Wasser gebaut und bieten einen großartigen Ausblick auf das Meer und die Berge. Selbstverständlich sind diese Unterkünfte auch die teuersten. Je exklusiver die Lage und der Ausblick, desto teurer sind sie. Viele sind wirklich schön und gemütlich eingerichtet und es gibt alles was das Herz begehrt. Die meisten sind mit eigener Küche ausgestattet, so dass man sich selbst versorgen kann. Auch normale Toiletten sind Standard. Grob geschätzt kann man für so eine Unterkunft im Winter ab 120 EUR pro Nacht rechnen, nach oben offen.

Dennoch gibt es auch günstigere Möglichkeiten auf den Lofoten unterzukommen. Bei meiner Reise 2015 habe ich eine Unterkunft gefunden, die auch Rorbuers vermietet und die ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Die Rorbuers des Vandrerhjem Ballstad.

Vandrerhjem Ballstad

Das Vandrerhjem Ballstad wird als Jugendherberge geführt und verfügt neben Mehrbettzimmern auch über Rorbuers, die als private Unterkunft (nicht mit anderen zusammen) gebucht werden kann. Buchen kann man die Unterkunft über die Seite des Hostelling International Jugenherbergswerks. Manchmal ist die Unterkunft auch als Kræmmervika Rorbuer zu finden. Obwohl ich bereits drei mal in der Unterkunft war, ist mir das ganze System dieser Unterkunft immernoch ein wenig schleierhaft. Auf der Webseite gibt es hauptsächlich 2-Personen-Hütten mit privatem Bad zu mieten. Zur Verfügung stehen vor Ort jedoch auch größere Hütten. Auf der Webseite gibt es allerdings nur selten die Möglichkeit eine größere Hütte zu buchen.

Verteilt über den Ort Ballstad gibt es mehrere Anlagen von denen. Gesehen habe ich eine 2-Personen-Hütte bisher nur von außen. Diese war ein separater Bereich auf der Rückseite einer 8-Personen-Hütte, in der ich schon untergekommen war. Bei jeder Ankunft bekam ich ein „Upgrade“ auf eine Hütte mit Kapazitäten für 6-8 Personen mit eigenem Bad und Küchenzeile, da im Winter nicht wirklich viel los ist.

Die Rorbuers sind sehr rustikal aber gemütlich eingerichtet. Ein WLAN gibt es in den Hütten nicht, dies ist nur im Haupthaus verfügbar. Man kann sich in der Unterkunft auch mit Frühstück und Abendessen versorgen lassen. Über die Webseite können maximal sechs Nächte am Stück gebucht werden. Eine Verlängerung vor Ort ist aber bisher immer möglich gewesen. Am besten ist es einfach mal vorher per E-Mail anzufragen.

Wer bereit ist, eine Gemeinschaftsküche in Kauf zu nehmen, sollte hier mal nachschauen. Die Unterkunft ist auf jeden Fall ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge auf den südlichen Inseln Moskenesøy, Flakstadøy und Vestvågøy.

Unterkunft: Vandrerhjem Ballstad
Ort: Ballstad bei Leknes
Preis: 520 NOK (ca. 55 EUR) pro Nacht
Unterkunft: Rorbuer mit eigenem Bad und Gemeinschaftsküche
URL: www.hihostels.no/no/hostels/ballstad

Eliassen Rorbuer in Hamnøy, Reine

Eines der beliebtesten Fotomotive auf den Lofoten – die Hütten von Eliassen Rorbuer in Hamnøy, Reine.

Eliassen Rorbuer

Eine weitere Unterkunft die ich empfehlen kann, und die viele sicherlich von Fotos kennen, ist Eliassen Rorbuer in Hamnøy, Reine. Angeboten werden Hütten in verschiedenen Kategorien. Je exklusiver die Lage, desto teurer sind sie. Ich hatte mich 2016 dort eingemietet und habe pro Nacht etwa 120 € gezahlt. Gebucht hatte ich eigentlich die allererste Hütte, die man auf dem Foto sehen kann. Vor Ort wurde mir jedoch eine andere, neugebaute angeboten, die einen besseren Blick bot. Die Hütten verfügen über ein Bad mit Toilette und Dusche, eine eigene Küche und manche auch über einen Balkon oder eine Terrasse. WLAN ist in den Hütten vorhanden.

Unterkunft: Eliassen Rorbuer
Ort: Hamnøy, Reine
Preis: ab etwa 120 EUR pro Nacht
Unterkunft: Rorbuer mit eigenem Bad und Küchenzeile
URL: www.rorbuer.no/en
www.booking.com/hotel/no/eliassen-rorbuer.de.html

Tjeldsundbrua Camping

Ein Tipp für Leute die in Harstad/Narvik spät ankommen und früh abfliegen ist Tjeldsundbrua Camping. Dort werden auch 2-Personen-Hütten mit eingenem Bad und Küchenzeile vermietet. Der Campingplatz liegt etwa 20 km vom Flughafen entfernt, direkt an der Brücke auf die Vesterålen. Nicht so schick wie ein Rorbuer aber für An- und Abreise bestens geeignet. Diese Unterkunft konnte ich jedoch nur 2015 buchen. 2016 war sie für Renovierungen geschlossen und auch dieses Jahr im Winter war sie geschlossen.

Leider sind Webseiten von vielen Unterkünften nicht wirklich aktuell und gut gepflegt. So auch bei dieser, mal ist sie online, mal nicht. Auf der Facebook Seite hatten sie jedoch auch für den Winter Hütten angeboten. Im Jahr 2015 habe ich etwa 50 EUR pro Nacht gezahlt und die Unterkunft für einige Ausflüge auf die Vesterålen genutzt. Es lohnt sich auf jeden Fall mal eine E-Mail dorthin zu senden und nachzufragen. Die Preise sind offenbar auch etwas erhöht worden.

Unterkunft: Tjeldsundbrua Camping
Ort: Evenskjer, Festland
Preis: ab 60 EUR pro Nacht
Unterkunft: Hütte mit eigenem Bad und Küchenzeile
URL: www.tjeldsundbruacamping.no
www.facebook.com/TjeldsundbruaCampingAs/
www.booking.com/hotel/no/tjeldsundbrua-camping.de.html

Brygga Hotell

Wer abends ankommt und bereits ein Stück Richtung Lofoten fahren möchte, kann in Lødingen absteigen. Dort hatte ich 2016 eine Unterkunft für etwa 55 EUR die Nacht gebucht. Keine besondere Unterkunft, aber gut um unterwegs zu übernachten, gerade wenn man erst gegen 22 Uhr in harstad/Narvik landet. Lødingen liegt auf den Vesterålen und ist etwa 70 km vom Flughafen entfernt.

Unterkunft: Brygga Hotell
Ort: Lødingen, Vesterålen
Preis: ab 55 EUR pro Nacht
Unterkunft: Zimmer mit Gemeinschaftsbad
URL: www.brygga-hotell.no
www.booking.com/hotel/no/brygga-hotell.de.html

Da ich hauptsächlich für die Polarlichter und zum Fotografieren auf die Lofoten reise und dadurch viel unterwegs bin, benötige ich lediglich eine Unterkunft zum schlafen. Ansonsten gibt es noch wirklich viele tolle Unterkünfte. Wenn man ein üppiges Budget zur Verfügung hat, dann kann man wirklich an tollen Locations unterkommen. Ein besonderer Tipp ist sicherlich auch die Übernachtung in einem Rorbuer in dem kleinen und fotogenen Örtchen Nusfjord. Diese Unterkünfte kenne ich jedoch nicht aus eigener Erfahrung.

Auf jeden Fall ist es empfehlenswert auch bei Campingplätze zu schauen. Diese vermieten oftmals Hütten, die günstiger sind als ein Rorbuer.

Polarlicht, Aurora Borealis auf den Lofoten

Wer Geduld, Ausdauer und ein wenig Glück hat, wird mit sagenhaften Sonnenstürmen belohnt. Ein unvergessliches Erlebnis.

Polarlichter

Die Polarlichter entstehen, wenn die Sonne starke Ladungen elektrischer Teilchen ausstößt, den so genannten Sonnenwind. Diese Sonnenwinde rase mit sehr hoher Geschwindigkeit durch den Weltraum. Stoßen sie in den oberen Schichten der Erdatmosphäre mit Luftteilchen zusammen, bringen sie diese zum Leuchten. Dies geschieht vor allem in einer Höhe von 70 bis 400 Kilometern. Die getroffenen Teilchen werden zum Leuchten angeregt und dadurch beginnt der Himmel regelrecht zu glühen. Nach einem starken Sonnenausbruch dauert es etwa 24 Stunden bis die Teilchen die Erde erreichen.

Angegeben wird der geomagnetische Sturm mit dem KP-Index (0-9). Je höher der Wert, desto höher die Wahrscheinlichkeit einer Sichtung. Für die Lofoten reicht theoretisch ein relativ niedriger Wert von 1.6 um Polarlichter zu sehen. Auf der Webseite www.aurora-service.eu gibt es eine Auroravorhersage von bis zu drei Tagen, die einem bei der Planung helfen kann.

Oft sind die Vorhersagen ein ganz guter Indikator, eine wirklich verlässliche Vorhersage ist jedoch nicht möglich. So bleibt bei jeder Reise das Risiko, kein Glück zu haben. Ich hatte bereits Nächte, in denen eine Sonnensturm mit KP-Index 9 vorhergesagt war, zu sehen war jedoch nichts. Auch ein KP-Index von 1 bedeutet nicht automatisch, dass man keine Polarlichter sieht. Polarlichter beginnen meist im Norden zu leuchten, deshalb werden sie auch Nordlichter genannt. Ein guter Ausgangspunkt ist also eine freie Sicht nach Norden.

Ich hatte bereits erwähnt, dass die Lofoten aus fotografischer Sicht sicherlich die beste Destination für die Polarlichtjagd in Skandinavien sind. Da die Lofoten sehr weit im Norden liegen, ist keine sonderlich starke Sonnenaktivität von Nöten um Polarlichter zu beobachten. Aus meiner Erfahrung gibt es nur ganz wenige Nächte an denen überhaupt keine Polarlichter zu sehen sind. Das große Problem auf den Lofoten sind die Wolken. Durch die Lage im Meer und den warmen Golfstrom gibt es ziemlich viele Wolken, die einem einen Strich durch die Rechnung machen können.

Bei meiner Reise 2015 hatte ich von zehn Nächten etwa sechs mit Aurorasichtungen, 2016 waren es acht und in diesem Jahr nur vier Nächte, jedoch mit wesentlich kürzeren klaren Phasen.

Gerade auf den Lofoten trifft der Begriff der Aurorajagd gut zu. Man muss sich auf die Suche begeben, denn durch die ständigen Wetterwechsel, kann es 15 km entfernt einen freien Himmel geben, während am aktuellen Standort alles bedeckt ist. Da sich die Wetterlage so oft verändert, ist es auch hilfreich, bereits unterwegs zu sein. Macht man sich erst nach der Sichtung eines Polarlichtes auf den Weg, kann es am Ankunftsort schon wieder zu spät sein. Ein wenig Ausdauer und Geduld ist also Gold wert.

Statistisch gesehen sind die besten Monate für Polarlichtsichtungen nicht die dunkelsten Monate November bis Februar, sondern September, Oktober und März. Ab Mitte April ist die Polarlichtsaison bis August vorüber, da es in den Breitengraden nicht mehr richtig dunkel wird. Auch der Mond kann eine Überlegung bei der Reiseplanung sein. Bei Vollmond ist es nachts heller und Polarlichter können schlechter zu sehen sein als bei Neumond. Der Vorteil bei Vollmond ist, dass die Umgebung erleuchtet wird und somit auf Fotos auch mehr Vordergrund zu sehen ist.

Packtipp

Zum Fotografieren ist eine Regenschutzhülle für die Kamera absolut zu empfehlen.

War der Beitrag nützlich für Dich? Über Kommentare und Anmerkungen freue ich mich sehr. Und natürlich interessiert mich auch, welche Erfahrungen Ihr mit den Lofoten im Winter gemacht habt.

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